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Pädagogische Arbeit im Hortbereich

Hauptziele unserer Arbeit / Entwicklung und Förderung von Basiskompetenten

Personale Kompetenz

Menschenbild

Hinter dem pädagogischen Schwerpunkt „Personale Kompetenz“ steht die Überzeugung, dass jeder Mensch, da er von Gott geschaffen wurde, etwas sehr Wertvolles ist und in jedem Menschen individuelle Fähigkeiten angelegt sind, die Raum und Ermunterung brauchen, sich zu entfalten. Jeder einzelne Mensch ist einzigartig und hat auch ein Recht, entsprechend mit Würde behandelt zu werden. Weiter gehen wir, aufgrund unseres christlichen Selbstverständnisses davon aus, dass nur ein Mensch, der sich selbst akzeptieren und lieben kann fähig ist, human mit anderen umzugehen.

Ziele

  • „den Erwerb von personalen, motivationalen, kognitiven, physischen und sozialen Kompetenzen“
  • „Entwicklung von Widerstandsfähigkeit“
  • Vermittlung von Halt und Geborgenheit
  • Erfahrung, dass bei nicht-konformen Verhalten kein Liebesentzug erfolgt, sondern nur das gezeigte Handeln abgelehnt wird
  • Individuelle Leistungsanforderung und eine entsprechende Entwicklungsförderung
  • Persönlichkeitsentwicklung (Eigenliebe, Lebensfreude, Weltoffenheit)
  • Fertigkeits- und Fähigkeitserweiterung
  • Abbau von Unsicherheiten durch Mitbestimmung im Gruppenalltag
  • adäquater Umgang mit Materialien

Umsetzung im Tagesablauf

Grundlage jeder positiven Beziehung ist eine freundliche emotionale Zuwendung. Diese entsteht durch Interesse, aktives Zuhören, ernst nehmen, geeigneten sprachlichen Ausdruck und körperliche Zuwendung.

Bei den Leistungsanforderungen die wir an die Kinder stellen, damit meinen wir nicht nur Leistungen im schulischen Bereich, sondern wir sehen auch die aktive Alltagsbewältigung als Anforderung, wägen wir die Vorerfahrungen des einzelnen Kindes ab. So entsteht eine individuelle Zielsetzung für das einzelne Kind, die auch in den Akten schriftlich vermerkt wird. Wir ermuntern die Kinder zur Entwicklung von Eigeninitiativen, Kreativität und Ausdauer auch dadurch, dass sie ihre Angebotsbedürfnisse selbst äußern und geben dann Unterstützung bei der Verwirklichung. Ebenfalls fördern wir die Selbstauswahl von Spielen, Spielpartnern, und achten besonders auf Mitbestimmung bei der Raumgestaltung. Im Bezug auf Ergebnisse individueller Leistungen findet kein Vergleich mit anderen Kindern statt, sondern wir verstärken positiv die Anstrengungen, die den eigenen Erfolg begründen. Dies verbalisieren wir auch so mit dem Ziel, dass die anderen Kinder durch unser Vorbild die Fähigkeit erwerben, Leistungen zu differenzieren. Dazu gehört auch eine Begrenzung der Konkurrenz. Wir wissen, dass es psychologisch gesehen für Kinder im Schulalter angemessen ist, sich zu vergleichen. Wir beobachteten jedoch, dass dieses sich Messen augenscheinlich schwächere Kinder belastet. Deshalb begrenzen wir Wettbewerbsspiele und Vergleiche untereinander bewusst. Nur so kann unserer Meinung nach ein Klima der gegenseitigen Anerkennung und Solidarität, ohne Diskriminierung, entstehen.

Unser pädagogisches Verhalten hat also feste Grenzen, die sich aus unserem Fachwissen und unserem Menschenbild herleiten. Es orientiert sich an unseren Beobachtungen und hat immer die ganze Persönlichkeit eines Kindes im Auge. Wir wollen dabei eine Forderung ohne Unter-, bzw. Überforderung erreichen.

Deshalb legen wir Wert auf resourcenorientiertes Arbeiten. Dies bedeutet, dass wir positive Stärken durch Beobachtung und Reflexion feststellen und diese zur Geltung bringen. In unserem pädagogischen Alltag sind wir beständig dabei, zwischen Eigenbestimmung und Miteinander abzuwägen. Dies erfordert oft Mut zu neuen Wegen, einen intensiven Austausch und eine kritische Reflexion unseres Handelns. Deshalb ist die Fähigkeit zur objektiven Beobachtung, Flexibilität und Kritikfähigkeit erzieherische Grundvoraussetzung in unserem Team.

Soziale Kompetenz

Menschenbild

Hinter unserem pädagogischen Schwerpunkt „Soziale Kompetenz“ steht das Bild des selbständigen, mündigen Menschen, der fähig ist, sich und seine Bedürfnisse mit humanen Mitteln durchzusetzen, aber auch bereit ist, Kompromisse auszuhandeln und diese einzuhalten. Grundlage dieses menschlichen Miteinanders sind die christlichen Werte.

Ziele

  • „die Entwicklung von freiheitlich-demokratischen, religiösen, sittlichen und sozialen Werthaltungen“
  • Einübung eines humanen und gewaltfreien Umgangs mit anderen
  • Möglichkeit der Kontaktaufnahme und damit Förderung der Beziehungsfähigkeit
  • Achtung vor anderen Religionen, Meinungen, Lebensweisen und Eigentum
  • Anpassung an Regeln, Übung von Selbstkontrolle, Erhöhung der Frustrationstoleranz
  • Konsequenzen des eigenen Handelns abschätzen können, Bereitschaft diese zu tragen
  • Zuhören, einfühlen und eingehen auf andere, als Grundlagen für Konfliktfähigkeit
  • Kennenlernen und einüben von verschiedenen Handlungsmustern, die der jeweiligen Situation angepasst sind
  • Meinungsverschiedenheiten nicht aus dem Weg zu gehen, sondern aktiv mit verschiedenen Lösungsmustern anzugehen
  • Entwicklung eines Gemeinschaftssinns durch Unterstützung und Hilfestellung für schwächere und jüngere Kinder, sowie durch die Übernahme von Diensten für die Gemeinschaft
  • Bewusstmachen von Grenzen und Freiheiten der Umgebung

Umsetzung im Tagesablauf

Die genannten Ziele ziehen sich durch den gesamten Tagesablauf. Grundlage der Zielerreichung ist natürlich unsere Vorbildfunktion. Ausgangspunkt unseres Handelns, wie auch die Vermittlung der genannten Ziele an die Kinder ist der Grundsatz der Austauschbarkeit, also die Frage: „Wie möchte ich, dass mit mir umgegangen wird?“

Die Intensität von sozialen Beziehungen ist uns wichtiger als Bildungsangebote in der Freizeit. Beides ist oftmals, aufgrund des Personalschlüssels, nicht adäquat möglich.
Die Gruppenregeln werden zusammen mit den Kindern erarbeitet und auf deren Einhaltung geachtet. Regeln müssen immer logisch und für Kinder nachvollziehbar zu begründen sein. Konsequenzen, die aufgrund eines Regelverstoßes ausgesprochen werden, müssen immer im direkten Zusammenhang stehen.

Wir achten im täglichen Umgang auf einen höflichen Sprachgebrauch, Rücksichtnahme auf andere, auf ein der Situation angemessenes Verhalten und einer aktiven Kommunikation. Darunter verstehen wir auch die Verbalisierung von Bedürfnissen und Gefühlen. Dabei lehnen wir jedoch eine Durchsetzung dieser auf Kosten anderer Gruppen-mitglieder ab. Vielmehr geht es uns um ein verbales Aushandeln ohne Gewinner, bzw. Verlierer. Voraussetzung dafür ist, ein aktives Zuhören und Empathie in die Gefühle und Ansichten des anderen. Dies gelingt vielen Kindern nur durch die aktive Führung einer ErzieherIn.

So sehen wir es als eine wichtige Aufgabe, den Gruppenprozess und die Interaktionsprozesse ständig aufmerksam zu beobachten und innerhalb der gegebenen Situation entsprechend einzugreifen.

Wissens- und Lernkompetenz

Um die Wissenskompetenz unserer Kinder zu stärken, schaffen wir Möglichkeiten, ihre Erfahrungsfelder zu erweitern. Bei der Vermittlung von Lernkompetenz sollen die Kinder lernen, wie sie sich Wissen aneignen können.

Ziele

  • Wissensquellen zu entdecken und diese zu nutzen, um das Allgemeinwissen in allen wichtigen Lebensbereichen zu erweitern
  • Vermittlung von Umweltkompetenz
  • Vermittlung von Fachkenntnissen in Projektarbeit
  • Förderung der Sprachkompetenz
  • Vermittlung von Lern- und Arbeitstechniken / das Lernen des Lernens
  • Bewältigung der schulischen Anforderungen

Umsetzung im Tagesablauf

Wir versuchen, den Kindern durch das tägliche Vorleben sowohl im menschlichen Miteinander wie auch im Umgang mit der Natur, ein positives Beispiel zu geben, wie sie sich in ihrer Umwelt verhalten können.
Unseren Kindern stehen die unterschiedlichsten Informationsquellen zur Verfügung (z.B. Bücher, Lexika, PC-Enzyklopädie, Internet), die sie auch jederzeit selbständig oder mit Unterstützung einer Mitarbeiterin nutzen können. Situativ entstehende Fragen und Themen werden von uns aufgegriffen und mit den Kindern gemeinsam, evtl. auch mit Hilfe von Medien, gelöst.

Bei den Hausaufgaben versuchen wir, günstige Rahmenbedingungen zu schaffen. Am wichtigsten hierbei ist die Ruhe. Wir wollen gewährleisten, dass sich die Kinder ohne ständige Ablenkungen konzentriert über ihre Arbeit machen können.

Für uns ist besonders wichtig, dass wir den Kindern „nur“ Hilfestellung geben, ohne dabei die ganze Aufgabe zu verraten. Die Kinder sollen die Möglichkeit haben, selbst auf eine Lösung zu kommen - sie sollen die Aufgaben verstehen. Als sinnvoll haben sich hier kleinere Lerngruppen herausgestellt. Kinder verstehen manchmal Dinge schneller, wenn sie von einem anderen Kind erklärt werden. Diese Art des Erklärens und Lernens wird von unserer Seite sehr unterstützt.

Damit die Kinder ihre Zeit sinnvoll einzuteilen und einzuschätzen lernen, hängt im Hausaufgabenzimmer eine Uhr zur persönlichen Zeitplanung. Da die Hausaufgaben von der Schule bzw. dem unterrichtenden Lehrkörper aufgetragen werden, erscheint es uns sehr sinnvoll, wenn in regelmäßigen Abständen ein Gespräch mit den jeweiligen Lehrern stattfindet (Sprechstunde).

Durch verschiedenste Projekte bieten wir unseren Kindern ein weiteres großes Lernfeld. An den Projekten können sich die Kinder freiwillig beteiligen und dadurch in bestimmten Teilbereichen zu „Experten“ werden.
Besonders bei der Projektarbeit können wir immer wieder beobachten, welche Freude die Kinder an Diskussionen und gemeinschaftlichem Austausch haben.

Kompetenz zur Partizipation und Verantwortungsübernahme – Selbständigkeit

Menschenbild

Auch der pädagogische Schwerpunkt „Selbständigkeit“ begründet sich auf unsere christliche Grundlage. Jesus Christus löste sich aus seiner weltlichen Herkunftsfamilie, um seiner Berufung nachzugehen. Diese Fähigkeit resultiert aus einem langsamen Loslösen einerseits, wie es auch der Lebenslauf fordert, andererseits aber auch von einem schrittweisen Aufbau eines eigenverantwortlichen, sinnvollen Lebens.
Nur ein autonomer Mensch ist fähig, sich von scheinbar unabdingbaren Umständen zu lösen und eigenverantwortliche Entscheidungen nach humanen Werten zu leben. So sagt J. P. Piaget: „Kinder und Uhren darf man nicht beständig aufziehen, man muss sie auch gehen lassen.“

Ziele

  • Schaffung von altersgemäßen Freiräumen (Freunde, Spielen ohne ständige Beaufsichtigung etc.)
  • Selbständige Strukturierung des Tagesablaufes innerhalb des vorgegebenen Rahmens
  • Hinführung zur selbständigen Erledigung der Hausaufgaben
  • Möglichkeiten der aktiven Freizeitgestaltung
  • Einüben demokratischer Prinzipien
  • Hinführung zu immer bewussteren Formen der Lebensgestaltung
  • Ordnung als Voraussetzung für eine Selbstgestaltung des Lebens
  • Einüben von gesellschaftlichen erwarteten Verhaltensweisen
  • Gesundheits- und Umweltbewusstsein
  • Erweiterung von Erfahrungsräumen
  • Ausgleich von Umweltdefiziten

Umsetzung im Tagesablauf

Die Erziehung zur Selbständigkeit ist für uns abhängig vom individuellen Entwicklungsstand des Kindes.
Im Tagesablauf lassen wir den Kindern innerhalb der gemeinsam getroffenen Absprachen soviel Freiraum wie möglich. Dies bedeutet z. B., dass die Kinder sich ohne Erzieher im Garten aufhalten und nach Absprache alle Horträumlichkeiten ohne Aufsicht benützen dürfen. Der Hortalltag ist so organisiert, dass die Kinder, wiederum innerhalb eines Rahmens selbst entscheiden dürfen, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Reihenfolge sie essen, spielen oder Hausaufgaben machen.  Wir greifen mit Regelungen dann ein, wenn der äußere vorgegebene Rahmen verletzt wird. Ziel des Eingreifens ist aber immer die Hinführung zum selbständigen Strukturieren.

In den monatlichen Gruppenversammlungen können die Kinder Einfluss auf ihren zukünftigen Gruppenalltag nehmen. Die Tagesordnungspunkte werden im Gruppengesprächsordner gesammelt und in der Versammlung zur Sprache gebracht. Hierbei lernen und erkennen sie Möglichkeiten der demokratischen Problemlösung und Entscheidungen als Gruppe zu treffen. Oftmals kommen dabei auch Anregungen und Ideen für geplante Angebote wie zum Beispiel Tonen, Gestalten und Musizieren heraus. Über die Gruppenversammlungen werden Protokolle geführt. Diese werden in dem Gruppengesprächsordner gesammelt und stehen den Kindern jederzeit frei zur Verfügung.

Im Rahmen der Freizeitgestaltung legen wir auch einen Schwerpunkt auf Veranstaltungen außer Haus. Dadurch sollen die Kinder Hemmschwellen ablegen und im Umgang mit öffentlichen Veranstaltungen und Orten Sicherheit gewinnen. Zu diesen Veranstaltungen gehören z.B. Besuche im örtlichen Jugendhaus, Theater, Kooperationsveranstaltungen mit dem ev. Kinderhort und eine einwöchige Ferienfahrt in den Pfingstferien. Durch diese vielfältigen Angebote sollen auch Erfahrungsräume erweitert und Defizite aus der Familie kompensiert werden.

Nicht nur während diesen Ausflügen üben wir das Verhalten in der Gesellschaft ein (Bus fahren, Benehmen im Theater, Achtung der Regeln u.ä.), sondern auch innerhalb des Gruppenalltags (Umgang mit Aggressionen, Essen mit Messer und Gabel usw.). Im Bereich der Hausaufgaben achten wir auf eine saubere, sorgsame und selbständige Erledigung. Es werden alle Hausaufgaben überprüft, bei der Fertigstellung achten wir darauf, dass die Kinder selbst Verantwortung für die ordentliche Erledigung übernehmen.

Außerdem achten wir auf Ordnung und Übernahme von Verantwortung nicht nur für die eigenen Dinge, sondern auch für die gemeinschaftlichen Sachen. Jedes „Ding“ soll immer wieder auf seinen Platz zurückgestellt werden. Vor allem bei der Handhabung von Spielmaterialien soll auf Vollständigkeit geachtet werden. So ist z.B. jedes Kind für ein Spiel zuständig, um das es sich kümmern muss.
Wir gehen davon aus, dass Konzentration und eine erfolgreiche Erledigung von Aufgaben, unabhängig in welchen Bereich, nur in einem geordneten Umfeld möglich ist.

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